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NEW YORK.

„Alright, Sir“
Auf dem Flug von Frankfurt nach Paris: Diskussion ueber den Namen der Schauspielerin aus „Bruegge sehen…und sterben“. Eine dicke Frau neben uns, die munter Gebäck ordert, schaltet sich ein. Der gesuchte Name ist Amanda Seyfried. Diese Anekdote deswegen schoen, weil unsere Reise in vier Wochen in Bruegge endet.

Heineken und Weisswein im Flugzeug der AirFrance als Beruhigungsmittel. Meine Meinung: Der Mensch ist nicht dafuer bestimmt, in zehn Kilometern Hoehe ueber den Atlantik zu fliegen. Wir landen nach sieben Stunden planmaessig in Newark, New Jersey.

Eine Weltmacht traegt viel Verantwortung. Das merkt man schon bei der Einreise. Nach zwei Stunden Wartezeit darf man seine Fingerabdruecke abgeben. Ein kritischer Blick des Grenzbeamten auf den Reisepass und die Einreisegenehmigung. Dann ein schneidiges „Alright“. Von den Bildschirmen laecheln US-Amerikaner in kurzen Werbefilmen. Welcome to the United States!

Schon bei der Fahrt mit dem Zug in die Stadt faellt auf: Alles groesser und ueberdimensionierter als in Europa. In dem Punkt hat Max Frisch Recht. Riesige Distanzen, gigantische Reklame. Beleibte Menschen trinken Cola aus viel zu grossen Bechern. Ueberall sind Aufforderungen zu lesen: See something, say something. Berechtigte Furcht nach dem 11. September 2001? Uebertriebene Vorsicht? „Paranoide Denunzianten“, meint Sebastian. Wir fahren weiter zum Hostel in Brooklyn.

Tag eins

Williamsburg als Viertel der Hipster. Huebsche Cafes, huebsche Haeuschen, huebsche Menschen. Kontratsprogramm in Chinatown und Little Italy. Hektische und geschaeftige Stimmung, viele Menschen, viel Unordung. In Klasse 6 hat man es gelernt: New York als „melting pot“. Schliesslich am Ground Zero: Man beginnt zu verstehen, welchen Krater die Anschlaege vor zehn Jahren hinterlassen haben. Im Stadtbild und im amerikanischen Selbstverstaendnis. Bemerkenswert: Direkt neben Ground Zero ist die Ratingagentur „Moody’s“. Wieder scheinen von hier aus die Faeden der Welt auseinanderzulaufen.

Viel Polizei, viele Offizielle – nicht nur in Downtown Manhattan. Der Officer vor dem Supreme Court (des Bundesstaats New York) auf die Frage, warum die Flaggen auf Halbmast seien: Vermutlich ist ein Polizist umgekommen. Ob es auch einen anderen Grund geben koenne? „Don’t think so“.

Tag zwei

Hang der Amerikaner zur Verpackung, alles wird verpackt und eingetuetet. Bier im kleinen Lebensmittelshop neben dem Hostel sogar in zwei verschiedene Tueten. Garniert mit einem verschwoererischen Blick des Verkaeufers. Erklaerung: Biertrinken ist in der Oeffentlichkeit verboten. Wenn es am Geschmack liegt, macht dieses Gesetz Sinn. Inzwischen drei verschiedene Sorten probiert, alle schaurig.

Mit der Faehre an der Freiheitsstatue vorbei nach Staten Island. Danach auf das Empire State Building. Wo man aus gut 350 Metern Hoehe auf die Skyline New Yorks blickt – begleitet an diesem Tag von einem grossartigen Gewitter. Klatschnass zurueck ins Hostel.

Tag drei

Fahrt nach Coney Island, ein Vergnuegungspark im Sueden Long Islands. Alles etwas in die Jahre gekommen. Grosse Attraktion: Zweitaelteste Holzachterbahn der Welt namens „Cyclone“. Die aelteste muss ohne Frage auch in Amerika stehen, andernfalls wuerden sie auf Coney Island anders Werbung fuer den „Cyclone“ machen.

Mit der Metro weiter zum Central Park und schliesslich zum „Broadway Comedy Club“. Dort sehen wir uns ein wenig Stand-Up-Comedy an. Ziemlich schlechte Comedy, um ehrlich zu sein. Wir sind selbst schuld, die Frau am Times Square hatte uns den besten Abend unseres Lebens versprochen – bevor sie uns die Tickets zum Freundschaftspreis von zehn Dollar verkauft hat. Willkommen in der Touristenfalle.

New York ist den ersten Eindruecken nach eine faszinierende Stadt. Eigentlich zu laut, eigentlich zu gross. Gerade deswegen aber spannend, abwechslungsreich und ueberwaeltigend.

Nach vier Naechten in Big Apple weiter nach Boston, Masachusetts.

Nachtrag: Sebastian fotografiert. Zu sehen sind seine Bilder unter: http://seetheseaisgreen.wordpress.com/.

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Eine Antwort zu “NEW YORK.

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