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MONTREAL.

Wir haben die Vereinigten Staaten vorerst hinter uns gelassen und sind mit dem Nachtbus nach Kanada gefahren. Das hat uns insgesamt sechzehn Stunden und fuer kurze Zeit unsere gute Laune gekostet. Amerikaner kuehlen ohnehin alles auf arktische Temperaturen herunter (U-Bahnen, Restaurants, Supermaerkte, Nachtbusse) und in einem normalen Reisebus schlaeft es sich bei fuenfzehn Grad ausgesprochen schlecht.

Das Belgrad Kanadas

Wie auch immer: Mit schmerzendem Ruecken und ziemlich uebernaechtigt kommen wir also in Montreal an. Das Hostel ist inmitten des „Quartier Latin“, im Herzen der Stadt. Ein grosser Unterschied zu den USA faellt sofort auf. Waehrend den Amerikaner – und mit ihm bedauerlicherweise auch die Amerikanerin – allzu haeufig etwas kennzeichnet, das wir den „Unterbauch“ genannt haben (dort, wo der Bauch im Grunde aufhoeren sollte, beginnt eine Art zweite, tieferliegende Fortsetzung von Speck und Masse), ist das in Montreal offenkundig anders. Es gibt vernuenftige Sandwichbars, Supermaerkte, Obst- und Gemueselaeden. Auffaelligkeit zwei haengt damit zusammen – und ist wichtiger: Die Frauen sehen klasse aus. Und das wissen sie auch.

Vielleicht meint Sebastian das, wenn er auf seinem Fotoblog (seetheseaisgreen.wordpress.com) schreibt, dass diese Stadt uns fast um den Verstand bringe.

Arthur ist ein Papagei

Touristische Streifzug durch die Stadt zwischen Quebec und Toronto. Unsere Begleiter: Teresa aus Vancouver (die wir im Hostel getroffen haben) und eine Luftfeuchtigkeit von circa 95 Prozent. Muschelessen in der historischen Altstadt, erstaunlicherweise ist Wasser in kanadischen Restaurants grundsaetzlich umsonst. Spaeter wollen wir die Kirche Notre-Dame (eine pseudo-historische Miniaturausgabe der Pariser Version) besuchen. Kostet allerdings sieben Dollar, was uns der Besuch im Haus des Herrn dann doch nicht wert ist. Und mit Naechstenliebe auch herzlich wenig zu tun hat, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Ohne Kirchenbesuch also weiter zur Universitaet von Montreal, die aehnlich wie Harvard einen tollen Campus mitten in der Stadt hat.

Die Nacht Montreals: Strassenmusik, Bier und seltsame Franzoesinnen. Sebastian versucht ein Kompliment, scheitert, aendert seine Strategie, wird ironisch. Ich lache Traenen, als er sein bestes Franzoesisch auspackt. Der Klassiker: „Arthur est un perroquet“.
Am naechsten Tag verkehrt sich meine gute Laune kurz ins Gegenteil. Bekomme einen Tobsuchtsanfall, weil Vodafone es fertig bringt, mein Guthaben im Ausland von 25 auf 0 Euro schrumpfen zu lassen. Sebastian muss mich beruhigen, als ich mein Handy vor dem Archaeologischen Museum auf den Boden schleudere. Beschluss, einen grossen Krieg gegen Telekommunikationsunternehmen zu beginnen, zurueck in Europa.

Nachtrag: Ich weiss nicht mehr ganz genau, wie es dazu gekommen ist, aber Sebastian und ich haben eine ziemlich bescheuerte Wette vereinbart. Um sie zu gewinnen, brauche ich eine Moewe. Vielleicht hat jemand eine – oder kennt jemanden, der eine hat? Hinweise wie gehabt an: bietemoewe@vogeltausch.com.

Nachtrag 2: Entweder haben die Kanadier beachtliche Luecken in Sachen internationaler Finanzpolitik – oder sie sind Propheten. Sind heute an einer Wechselstube vorbei gelaufen, die kanadische Dollar in D-Mark tauscht.

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Eine Antwort zu “MONTREAL.

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