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Tartu+Pernu+Riga.

Dienstagabend, Busbahnhof in Pernu, schmuckes Staedtchen an der Ostsee und Sommerhauptstadt Estlands: Zwei sehr kriminell aussehende Jugendliche, ein asiatisches Paerchen (obligatorisch) und ein junger Mann, wohl ein Deutscher, mit der wahrscheinlich autobiographischen Botschaft „… und kein bisschen weise“ auf seinem T-Shirt. Nette Runde, die da auf den Bus nach Riga wartet. Daneben drei Studenten, die ihre letzten Euro zusammenkratzen, um ebenfalls nach Lettland zu kommen. Unser Bus wird in drei Stunden in der Hauptstadt des zweitgroessten baltischen Landes sein.

Was passiert ist:

Sonntagabend verkaterte Ankunft in Tartu, Ausspannen im Oeko-Hippie-Hostel, alles nachhaltig, alles sauber, alles bewusst und reflektiert. Barfuss herumlaufende Deutsche (eine jener Maedchencliquen, deren Mitglieder beim gemeinsamen Kochen laut ueber die Herkunft jeder einzelnen Zutat nachdenken) und ein Viererzimmer, in dem ein Bett leer bleibt.

Einer der vielen Momente, in denen einem klar wird, dass einer fehlt auf dieser Tour.

Streifzug durch Tartu, laut Reisefuehrer Studentenstadt. In Estland ist Feiertag, deshalb sind die Strassen ziemlich leer. Angedachter Besuch im KGB-Museum scheitert – montags geschlossen. Der Busbahnhof als einziger Ort der Stadt voller Menschen. Felix‘ Theorie: Alles will irgendwie weg hier. Schluessig.
Auch wir machen uns auf den Weg nach Pernu, wo irgendwann mal die Weltmeisterschaft im Beachvolleyball stattgefunden hat und es viele junge Leute geben soll.

Vor der Abfahrt: Es gibt vielleicht keine Berufsgruppe, deren Verhalten so einheitlich und klischeebeladen ist, wie Busfahrer. Sonnenbrille trotz wolkenverhangenem Himmel, stumm, kaum Gestik, Verzicht auf jegliche Mimik. Socken in Sandalen. Grandios!

Der Montagabend in Pernu – unspektakulaer wie viele Montagabende auf dieser Welt. Lernen Marco vor einer der wenigen geoeffneten Bars kennen, witziger, intelligenter Typ, der in Pernu lebt. „Right place, wrong time?“, fragen wir ihn. Gelaechter. Stimmt genau. Ob es hier immer so kuehl ist? Natuerlich nicht. Das schlechte Wetter kommt aus Russland, sagt er, wie alles Schlechte aus Russland kommt.

Pernu am Tag: Schoene Alternative zu Touristenhochburgen im Sueden Europas. Fahrradfahren quer ueber den Strand, eine Zigarette mit Blick auf die (leider bitterkalte) Ostsee.

Vor dem Abmarsch zum Bahnhof (auf dem Weg nach Riga also) phaenomenales Hostel-Gespraech…
Wildfremder Typ (sich rasierend) murmelt etwas Unverstaendliches.
Ich: „Did you say something?“
Lange Pause. Zu lange Pause.
Wildfremder Typ (nachdenklich): „It’s all clear.“

Was passieren wird:

Ankunft in Riga am spaeten Dienstagabend, Sightseeing und abendliches Ausgehen werden notgedrungen zusammengelegt. Huebsche Innenstadt, ziemlich gespenstische Vororte. Biertrinken in der Altstadt: Im Hintergrund wird Bob Dylan knoedeln, ziemlich kuehler Wind dazu. Gespraeche ueber Lucky Strike und die Rolle der Firma im Zweiten Weltkrieg. Spaeter Feiern in Lettlands Hauptstadt, in der wir uns insgesamt nicht einmal 24 Stunden aufhalten werden.

Mittlerweile ist es Mittwochabend und wir sind in Litauens Hauptstadt Vilnius.

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Eine Antwort zu “Tartu+Pernu+Riga.

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